Implantate verstehen

Zahnimplantat: der Ablauf Schritt für Schritt

Von der ersten Beratung bis zur fertigen Krone vergehen meist mehrere Monate. Was in dieser Zeit passiert, warum sie nötig ist und woran Sie eine gute Planung erkennen.

Zahnärztin erklärt einem Patienten anhand eines Kiefermodells den Ablauf einer Implantation

Wie lange dauert eine Implantatbehandlung insgesamt?

In den meisten Fällen drei bis neun Monate von der ersten Beratung bis zur fertigen Krone. Die große Spanne erklärt sich durch die Ausgangslage: Ist genug Knochen vorhanden und der Mund entzündungsfrei, geht es schneller. Braucht es einen Knochenaufbau oder eine Parodontitisbehandlung, verlängert sich der Weg deutlich.

Wichtig für die Erwartung: Der Eingriff selbst dauert bei einem Einzelimplantat oft weniger als eine Stunde. Die Zeit geht für Vorbereitung und Einheilung drauf, nicht für die Operation.

Phase 1: Beratung und Befund

Am Anfang steht eine vollständige Bestandsaufnahme, nicht die Entscheidung für ein Implantat. Dazu gehören:

  • Klinische Untersuchung aller Zähne, des Zahnfleischs und der Schleimhaut.
  • Röntgendiagnostik, häufig ergänzt durch eine dreidimensionale Aufnahme zur Beurteilung des Knochenangebots.
  • Parodontalbefund, weil eine unbehandelte Entzündung das Implantat gefährdet.
  • Allgemeine Gesundheit und Medikamente, etwa Diabetes, Blutverdünner oder Osteoporosemedikamente.
  • Besprechung der Alternativen, also Brücke, Prothese oder Zahnerhalt.

Eine gute Beratung nennt auch die Grenzen und Risiken.

Phase 2: Vorbehandlung

Bevor ein Implantat gesetzt wird, muss der Mund entzündungsfrei sein. Diese Phase wird von Patienten oft als Verzögerung erlebt, ist aber der wichtigste Beitrag zur langfristigen Haltbarkeit.

Typische Schritte sind eine professionelle Reinigung, die Behandlung einer bestehenden Parodontitis, die Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne und gegebenenfalls ein Knochenaufbau. Reicht das Knochenangebot nicht aus, kann der Aufbau je nach Umfang mehrere Monate zusätzlich benötigen.

Phase 3: Der Eingriff

Das Implantat wird unter örtlicher Betäubung in den Kieferknochen eingebracht, meist in weniger als einer Stunde. Der Ablauf im Überblick:

  1. 1
    Betäubung. Örtlich, auf Wunsch ergänzt durch eine Sedierung.
  2. 2
    Zugang. Die Schleimhaut wird eröffnet, in manchen Fällen genügt ein minimalinvasiver Zugang.
  3. 3
    Aufbereitung des Implantatbetts. Der Knochen wird schrittweise und gekühlt aufbereitet.
  4. 4
    Einbringen des Implantats. Es wird mit definierter Kraft eingedreht.
  5. 5
    Verschluss. Entweder gedeckt unter der Schleimhaut oder offen mit einem Einheilpfosten.

Schmerzen während des Eingriffs sind durch die Betäubung nicht zu erwarten. Danach sind Schwellung und Druckgefühl für einige Tage normal. Was in dieser Zeit gilt, lesen Sie unter Pflege direkt nach der Implantation.

Phase 4: Die Einheilzeit

Das Implantat verwächst in dieser Zeit fest mit dem Knochen, ein Vorgang, der Osseointegration heißt. Je nach Kiefer und Knochenqualität dauert das etwa sechs Wochen bis sechs Monate. Im Unterkiefer geht es meist schneller als im Oberkiefer.

In dieser Phase tragen viele Patienten eine provisorische Versorgung.

Phase 5: Die Krone

Ist das Implantat fest eingeheilt, wird der sichtbare Zahnersatz angefertigt und befestigt. Dafür wird abgeformt oder digital gescannt, im Labor entsteht die Krone, und nach ein bis zwei weiteren Terminen sitzt sie.

Die Krone wird entweder verschraubt oder zementiert. Verschraubte Versorgungen lassen sich später leichter abnehmen, was bei Kontrollen und Reparaturen ein praktischer Vorteil ist.

Und danach?

Mit dem Einsetzen der Krone beginnt der längste Abschnitt: die Nachsorge über Jahrzehnte. Sie besteht aus der täglichen Reinigung zu Hause und regelmäßigen Kontrollen mit professioneller Reinigung.

Genau hier entscheidet sich die Haltbarkeit. Wie lange Implantate halten und wovon das abhängt, lesen Sie unter Wie lange halten Zahnimplantate. Die passende tägliche Routine finden Sie unter Mundpflege-Routine bei Implantaten.

Wichtiger Hinweis: Der beschriebene Ablauf ist ein typischer Verlauf. Ihre persönliche Behandlung kann davon abweichen und wird in Ihrer Praxis individuell geplant.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es vom Eingriff bis zur Krone?

Meist sechs Wochen bis sechs Monate, abhängig von Kiefer, Knochenqualität und davon, ob ein Knochenaufbau nötig war.

Ist das Setzen eines Implantats schmerzhaft?

Während des Eingriffs nicht, dafür sorgt die örtliche Betäubung. Danach sind Schwellung und Druckgefühl für einige Tage üblich.

Kann ich sofort einen festen Zahn bekommen?

In ausgewählten Fällen ist eine Sofortversorgung möglich. Sie setzt gute Knochenverhältnisse und eine ausreichende Primärstabilität voraus.

Wie viele Termine muss ich einplanen?

Üblich sind etwa fünf bis acht Termine, von der Beratung über den Eingriff bis zum Einsetzen der Krone und der ersten Kontrolle.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. DGI / DGZMK: Leitlinien zur Implantatprothetik und zum implantologischen Vorgehen.
  2. International Team for Implantology (ITI): Treatment Guide zur Behandlungsplanung.
  3. Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Patienteninformation zu Zahnimplantaten.

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2026.

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