Die Grundlage

Richtig Zähne putzen: die Bass-Technik

Die meisten Menschen putzen zu kräftig, zu kurz und an der falschen Stelle. Die Bass-Technik setzt genau dort an, wo Entzündungen entstehen: am Zahnfleischrand.

Nahaufnahme einer Zahnbürste, die im schrägen Winkel am Zahnfleischrand angesetzt wird

Warum ist der Zahnfleischrand der entscheidende Ort?

Weil dort der Biofilm sitzt, der Zahnfleischentzündungen auslöst. Die Kauflächen werden fast immer gut gereinigt, sie sind leicht erreichbar und man spürt den Erfolg. Der schmale Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch wird dagegen oft ausgespart, gerade wenn er empfindlich ist oder blutet.

Genau dort beginnt aber die Kette, die über Gingivitis zur Parodontitis und am Implantat über die Mukositis zur Periimplantitis führt.

Wie funktioniert die Bass-Technik?

Sie setzen die Bürste schräg am Zahnfleischrand an und lösen den Belag mit kleinen rüttelnden Bewegungen, bevor Sie ihn auswischen. Schritt für Schritt:

  1. 1
    Weiche Bürste leicht anfeuchten und eine erbsengroße Menge Zahnpasta auftragen.
  2. 2
    Im 45-Grad-Winkel ansetzen, sodass die Borstenspitzen leicht in den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch zeigen.
  3. 3
    Mit kleinen rüttelnden Bewegungen arbeiten, etwa zehn Bewegungen pro Zahngruppe, ohne die Bürste zu verschieben.
  4. 4
    Auswischen: Die Bürste vom Zahnfleisch weg über den Zahn führen, um den gelösten Belag zu entfernen.
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    Systematisch weitergehen: außen, innen, Kaufläche, erst Oberkiefer, dann Unterkiefer.
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    Zunge reinigen und zum Schluss die Zahnzwischenräume.

Wichtig ist der leichte Druck. Die Borstenspitzen sollen arbeiten, nicht die Kraft des Arms.

Was sind die häufigsten Fehler?

Zu viel Druck ist der mit Abstand häufigste, weil er sich gründlich anfühlt und das Gegenteil bewirkt. Die typischen Fehler im Überblick:

  • Zu kräftig schrubben. Das trägt Zahnhälse ab und begünstigt Zahnfleischrückgang.
  • Zu harte Borsten. Sie reinigen nicht besser, verletzen aber leichter.
  • Waagrechtes Schrubben statt der Rütteltechnik am Zahnfleischrand.
  • Zu kurz putzen. Zwei Minuten fühlen sich länger an, als sie sind.
  • Immer dieselbe Stelle auslassen, meist die Innenseiten der Unterkieferzähne und die letzten Backenzähne.
  • Direkt nach Saurem putzen. Der Schmelz ist dann kurzzeitig weicher.

Ein einfacher Test: Putzen Sie einmal bewusst in umgekehrter Reihenfolge. Die Stellen, die sich ungewohnt anfühlen, sind meist die, die Sie sonst vernachlässigen.

Vor oder nach dem Frühstück?

Beides ist vertretbar, entscheidend ist der Abstand zu säurehaltigen Speisen. Nach Orangensaft, Obst oder Softdrinks sollten Sie etwa 30 Minuten warten, bis sich der Zahnschmelz wieder gefestigt hat.

Was ist bei Implantaten anders?

Der Winkel und die Sanftheit bleiben gleich, die Aufmerksamkeit verschiebt sich auf den Übergang zwischen Krone und Zahnfleisch. Dort ist die Abdichtung schwächer als am natürlichen Zahn, und dort beginnt jede Periimplantitis.

Drei Anpassungen sind sinnvoll:

  • Rundherum arbeiten, auch an der schwer einsehbaren Innenseite.
  • Weiche Borsten und wenig Druck, weil das Weichgewebe empfindlicher reagiert.
  • Die Zwischenräume am Implantat nie auslassen, das ist der wichtigste Schritt überhaupt.

Die vollständige Abfolge finden Sie unter Die optimale Mundpflege-Routine bei Implantaten.

Wie oft und wie lange?

Zweimal täglich zwei Minuten, morgens und abends. Der abendliche Durchgang ist der wichtigere, weil nachts weniger Speichel fließt und der Belag ungestört wachsen kann. Öfter als dreimal täglich zu putzen bringt keinen zusätzlichen Nutzen und kann bei kräftiger Technik schaden.

Wichtiger Hinweis: Bei freiliegenden Zahnhälsen, nach einer Parodontitisbehandlung oder direkt nach einer Implantation kann eine andere Technik sinnvoll sein. Lassen Sie sich diese in Ihrer Praxis zeigen.

Häufige Fragen

Wie lange soll ich Zähne putzen?

Zwei Minuten, zweimal täglich. Kürzer reicht meist nicht aus, um alle Flächen systematisch zu erreichen.

Wie viel Druck ist richtig?

So wenig, dass sich die Borsten nicht sichtbar verbiegen. Zu viel Druck trägt Zahnhälse ab und reizt das Zahnfleisch.

Soll ich nach dem Putzen ausspülen?

Kräftiges Ausspülen wäscht das Fluorid sofort weg. Besser ist es, den Schaum nur auszuspucken.

Funktioniert die Bass-Technik auch mit einer elektrischen Zahnbürste?

Der 45-Grad-Winkel gilt auch dort. Die rüttelnde Bewegung übernimmt allerdings das Gerät, Sie führen die Bürste nur langsam weiter.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Empfehlungen zur häuslichen Mundhygiene und Putztechnik.
  2. DGZMK: Hinweise zur mechanischen Plaqueentfernung.
  3. DG PARO: Patienteninformation zur Reinigung am Zahnfleischrand.

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026.

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